|
Nach 70 Jahren kam eine leere Weinflasche vom Vatikan zurück nach Ingolstadt
Auf dem Bild Nr. 1 sehen Sie den Hafen von Tarragona in Spanien mit verschiedenen Holzfässern. Im Hintergrund ist ein Pferdegespann, auf dem ein Herr mit einem weißen Hemd zu sehen ist. Das ist mein Großvater. Diese Fässer wurden von der span. Weinkellerei zum Hafen Tarragona transportiert. Die Reise ging über das Mittelmeer nach Rotterdam. Dort wurden sie dann auf ein Rheinschiff verladen und Rheinaufwärts in die Gegend von Stuttgart geliefert (übrigens ein Transportweg den auch mein Vater nach dem 2. Weltkrieg noch benutzen musste).
Ab dem Rheinhafen wurden die Fässer per Bahn nach Öttingen, dem damaligen Firmensitz transportiert. Vom Bahnhof in Öttingen wurden die Fässer mit dem Pferdefuhrwerk zur Weinhandlung Wolf, am Marktplatz gefahren.
Außerdem hatte mein Großvater in Öttingen noch die Möglichkeit die Fässer unverzollt im sogeannten Pulverhäuschen, das er gekauft hatte einzulagern. Dort wurden die Fässer zollamtlich verschlossen.
Auf dem 2.Bild sehen Sie diesen Pferdewagen mit dem Wein. Der kleine Junge auf dem Wagen ist mein Vater. Der Wein wurde in den Fässern noch einige Jahre gelagert um dann schließlich als Messwein für die kath. Kirche nach und nach in den Handel zu gelangen.
Vor der Währungsreform 1948 wurde mein Vater durch den damaligen Generalvikar und späteren Bischof von Eichstätt – Herrn Dr. Josef Schröffer – als Messweinlieferant vereidigt. Danach hat die Firma Wolf immer den Messwein Vino Santa Tecla (die Weinbezeichnung wurde später in Vino Santa Teresa umbenannt) nach Eichstätt und nahezu allen Pfarreien geliefert. Nachdem Herr Bischof Dr. Schröffer zum Vatikan nach Rom berufen wurde, hat er schon aus Anhänglichkeit als Ingolstädter, diesen Messwein Vino Santa Teresa sich in den Vatikan schicken lassen. Für die Weinsorte Vino Santa Tecla hatte mein Großvater das Alleinverkaufsrecht in Bayern und das Bistum Breslau. Er hatte in Oppeln (damaliges Schlesien) eine Filiale. Der Wein wurde ebenfalls in Fässern auf dem Seeweg über die Ostsee und Oder nach Breslau transportiert. Mein Vater erinnert sich noch an ein Kloster im damaligen Hirschberg im Riesengebirge. Damals wurden noch die Kunden von meinem Großvater auf dem Fahrrad besucht.
Genau solch eine leere Flasche Messwein habe ich nun mit dem Originaletikett im Internet nach rund 70 Jahren erwerben können.
Gerade im dritten Reich war die Beschaffung von Messwein nicht einfach und trotzdem hielten wir unser Versprechen und versorgten die katholische Kirche mit Messwein. Damals war es so, dass der Weinhändler den Wein, der Kerzenhändler die Kerzen usw. geliefert hatte. Jeder hatte sein Einkommen. Das ist heute leider nicht mehr der Fall.
Ich habe noch einen Ordner im Haus in sehr viele alte Dokumente zu finden sind. Einen Auszug dieser Dokumente finden Sie im Internet hier.
|
||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|